Wir sagen DANKE an Hildegard und Ottmar Labonde, dass sie uns in ihrem Testament bedacht haben. Wir können damit wichtige Projekte in unserer Stadt fördern!

Hildegard Ulrike Labonde, geb. Neye
Geburt 17. August 1940, Tod 3. Februar 2023, sie wurde 82 Jahre alt.
Ottmar Labonde
Geburt 11. Dezember 1937, Tod 16. Oktober 2024, er wurde 86 Jahre alt.


Worum handelt es sich bei der Erbschaft?
Die Ehe von Hildegard und Ottmar Labonde blieb kinderlos. Sie haben gemeinsam in ihrem Testament vom 10. November 2021 verfügt, dass vier gemeinnützige Organisationen zu gleichen Anteilen das gesamte Vermögen erben. Es besteht aus einem Wohnhaus und Barvermögen.
Die Lahrer Bürgerstiftung ist die einzige Institution, die hier vor Ort tätig ist. Daher haben wir uns konkret um das Gebäude Am Stadtpark 49 gekümmert. Wir haben sortiert, verkauft, gegen Spenden spezielle Dinge abgegeben, an „Fundus“ und „AWO“ gespendet und dann den Rest entsorgt.
Das Haus wurde gereinigt und der Verkauf vorbereitet. Ein Energieausweis war zu erstellen, ein Exposé wurde ausgearbeitet. Anzeigen in den Lahrer Tageszeitungen wurden veröffentlicht und online über Immoscout das Angebot verbreitet. Ein Käufer ist gefunden, der Vorstand der Bürgerstiftung und der Testamentsverwalter haben diesem Verkauf zugestimmt.


Wer waren diese Menschen, die uns mit ihrem Vermögen in die Lage versetzen, viele gute Projekte in Lahr zu fördern?
Beruflicher Lebensweg von Ottmar und Hildegard Labonde
Ottmar Labonde wurde in Duisburg geboren. Seine Mutter Martha Frieda Labonde, geb. Maier war die Tochter des Postsekretärs Ottmar Maier, der 1925 das Grundstück Am Stadtpark 49 (damals Blumenstraße) von der Gemeinde Dinglingen erwarb. Am 7. Mai 1925 gab es den Baubescheid und das Haus wurde gebaut.
Ottmars Familie kehrte nach Lahr zurück. Er besuchte von September 1948 bis März 1957 das Scheffelgymnasium und legte dort sein Reifezeugnis am, datiert auf den 20. März 1957.
Direkt im April 1957 folgte die Studienaufnahme im Fach Chemie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. 1960 folgte die Diplom-Chemiker-Vorprüfung und im Juni 1969 wurde er Diplom-Chemiker. 1972 begann er als Studienreferendar als Lehramtsanwärter. Er wurde Lehrer am Scheffelgymnasium in Lahr.
Hildegard Labonde wurde in Achern geboren. Als sie 18 Monate alt war, fiel ihr Vater in Rußland. Ihre Mutter zog daraufhin zu ihren Eltern nach Freistett und dort wuchs Hildegard auf. Sie besuchte sieben Jahre lang die Volksschule in Freistett und danach das Staatliche Aufbaugymnasium Lahr sechs Jahre lang und erhielt am 21. März 1959 ihr Reifezeugnis. Sie verbrachte diese sechs Jahre im Internat, da die Entfernung nach Freistett zu groß war, um sie täglich zu bewältigen.
Sie studierte an der Pädagogischen Akademie II Freiburg für das Lehramt an Volksschulen – von April 1959 bis März 1961. Direkt im März 1961 wurde sie zur außerplanmäßigen Hauptlehrerin an Volksschulen ernannt. Ein Referendariat gab es damals nicht, sie hatte direkt ein volles Deputat an der Volksschule in Lichtenau. Nach Scherzheim wechselte sie 1964 nach Rheinbischofsheim.1967 wurde sie Beamtin auf Lebenszeit und im Dezember 1970 wurde sie Konrektorin an der Grundschule Rheinbischofsheim. 2001 wurde sie mit 61 Jahren in den Ruhestand verabschiedet, sie war somit 42 Jahre im öffentlichen Dienst.

Wie wurden sie ein Ehepaar?
Durch ihren Internatsaufenthalt lernte Frau Neye die Stadt Lahr kennen und verbrachte hier ihre Jugend. In Freistett verbrachte sie ihre Ferien und gelegentlich ein Wochenende.
So kam es im Februar 1957 zum Besuch des Oberstufenballs des Scheffelgymnasiums, wo sie zum 1. Mal Rock & Roll tanzte. Ottmar Labonde machte gerade sein Abitur und war Schulsprecher, er galt als bester Tänzer des Scheffels. Die beiden tanzten wohl recht häufig an dem Abend miteinander.
Bei einem Jazzkonzert, beim Colaball trafen sie sich wieder und verliebten sich ineinander. Im Sommer 1957 verreisten sie zum ersten Mal zusammen nach Frankreich, zunächst per Fahrrad und ab Straßburg als Tramper.
Sie heirateten am 21. August 1973 in Kehl und bauten sich 1985 ein Einfamilienhaus in Freistett.
Sie waren sehr breit in ihren Interessen aufgestellt. Kulturveranstaltungen von Theater, Konzerten, Ausstellungen, EDV, Vermessung, Funk, Sprachen, Natur und Reisen.

Wie kamen sie nach Lahr?
Ottmar Labondes Mutter verstarb im November 1998. Die Eheleute entschieden, das Haus grundlegend zu sanieren und zu modernisieren und bezogen es im Juli 2001 selbst. Das Büro Ackermann betreute den Umbau vom Entwurf über die Baugenehmigung bis zum Einzug. Durch die regelmäßige Teilnahme an Klassentreffen in Lahr hatten beide ihren Kontakt zu Lahr aufrechterhalten und sogar vertieft.
Danksagung
Die Bürgerstiftung Lahr – Reichswaisenhaus 1885 ist zu großem Dank verpflichtet. Diese Stiftung wurde 2006 gegründet und ist noch jung. Durch größeres Vermögen können wir mehr Projekte fördern, die grundsätzlich immer ehrenamtlich getragen werden. Durch die stärkere Tätigkeit wird unsere Bekanntheit in der Stadt erhöht, so dass wir wiederum auf noch mehr Unterstützung hoffen können.


Wir werden Ihr Vermächtnis in Ehren halten und möchten durch diesen Text auf unserer Homepage dauerhaft an sie erinnern.


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